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3D Tätowierung zur Brustwarzenrekonstruktion nach einer Mastektomie

Diagnose Brustkrebs – wie geht es weiter?

Diagnose Brustkrebs – ein fürchterlicher Schock für Betroffene, die sich nun unendlich viele Fragen stellen. Bei ca. 20-30 % der Patientinnen wird die Antwort auf eine Frage vorweggenommen, denn es ist unumgänglich, dass eine Mastektomie – also eine ganzheitliche Entfernung des Brustdrüsengewebes – durchgeführt wird (Quelle: www.helios-gesundheit.de). In den meisten Fällen ist es dank der fortgeschrittenen Früherkennung mittlerweile möglich, dass die über dem Gewebe liegende Bindegewebshaut und Brustwarze erhalten bleiben. Wenn diese aber ebenfalls vom Tumor befallen sind, ist es notwendig, dass eine radikale Mastektomie angewandt wird. Zurück bleibt bei den Betroffenen oft der Gedanke, keine vollkommene Frau mehr zu sein und das Gefühl verlorener Selbstbestimmung breitet sich aus. Die grauenhafte Erkenntnis, keine Kontrolle mehr über den eigenen Körper und das äußere Erscheinungsbild zu haben, reißt vielen den Boden unter den Füßen weg.

Brustwarzentätowierung für täuschend echte Ergebnisse

Zur Rekonstruktion der Brust nach einer OP gibt es operative Methoden, bei denen z.B. durch Hautransplantation die Brustwarze wieder aufgebaut wird.. Neben der operativen Wiederherstellung der Areola (Brustwarzenhof) und der Mamille (Brustwarze) ist es ebenso möglich, diesen Bereich anhand einer Brustwarzentätowierung sehr realistisch zu rekonstruieren. Die neue Brustwarze wird individuell an die Form und Größe der Brust angepasst und durch die dreidimensionale Tätowierung wirkt das Ergebnis täuschend echt. Auch wenn noch eine Brustwarze vorhanden ist, kann die zu rekonstruierende Seite perfekt darauf angepasst werden.

Diese Methode birgt deutlich weniger Risiken als eine Operation und wird ebenfalls zumindest anteilig von den Krankenkassen übernommen (Für genauere Informationen kontaktiere bitte deine eigene Krankenkasse – gerne helfe ich dir bei dem Antrag auf Kostenübernahme).

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PhiAreola Zertifikat PMU PHIAREOLA Artist Melissa Wefers Oberhausen

Abschlusszertifizierung zur PhiAreola Artist

Durch meine abgeschlossene PhiAreola Zertifizierung bei der renommierten PhiAcademy darf ich mich seit diesem Jahr als PhiAreola Artist bezeichnen. Das bedeutet, dass ich eine Weiterbildung im Bereich der Brustwarzentätowierung absolviert habe und diese Leistung nun zusätzlich zum Permanent Make-up anbiete.

Für diese Abschlusszertifizierung war ich auf der Suche nach einer betroffenen Person, bei der ich in diesem Rahmen eine Brustwarzentätowierung vornehmen darf.

Über meine Suche in der Facebook Gruppe “Leben mit triple negativem Brustkrebs” nach betroffenen Personen, die sich gerne in meine Hände begeben möchten, entstand der Kontakt zu der lieben Marie. Sie war zunächst zögerlich und unentschlossen, denn sie lebte bereits seit 13 Jahren ohne Brustwarzen und hatte sich eingeredet, sich damit abgefunden zu haben. Dennoch nahm sie den Kontakt mit mir auf und nach einem telefonischen Kennenlernen, in dem sie ihre lange Leidensgeschichte mit mir teilte und ich ihr Fotos von den möglichen Ergebnissen der Brustwarzentätowierung zeigte, war sie sofort Feuer und Flamme.

Brustkrebs – ja oder nein?

Doch wie kam es bei Marie überhaupt dazu, dass sie sich mit diesem Thema auseinandersetzen musste? Im Dezember 2008 ließ sie sich aufgrund von Brustschmerzen untersuchen. Hierbei war eigentlich erstmal gar nicht die Rede von Brustkrebs. Das Brustzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover sprach zunächst von einer Brustentzündung und einem gutartigen Knoten. Dieser wurde kurzfristig entfernt und Marie ging davon aus, dass das Thema damit abgeschlossen wäre. Eine Woche später kam die schockierende Nachricht: Es handelt sich doch um Brustkrebs. In der Pathologie wurde das entnommene Brustgewebe untersucht und festgestellt, dass im entzündeten Gewebe der Krebs eingekapselt war.

Sofort stand der nächste OP-Termin kurz nach Weihnachten an. Es wurde weiterhin brusterhaltend operiert und betroffene Lymphknoten wurden entfernt. Noch zwei weitere Male musste Marie diese Eingriffe über sich ergehen lassen, da immer wieder weitere Zellen gefunden wurden und die Chirurgen erst aufhörten, als sie sich sicher waren, dass alle betroffenen Stellen entfernt wurden. Anschließend ging es weiter mit der Chemotherapie und der 6-wöchigen Bestrahlung der Brust im Jahr 2009.

Um die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Erkrankung bestimmen zu können, wurde Marie eine genetische Untersuchung empfohlen, die sie jedoch zunächst ablehnte. Sie wollte sich am liebsten gar nicht weiter mit dem Thema befassen und einfach alles verdrängen, denn sie war bei der Diagnose schließlich erst 30 Jahre alt.

Untersucht wurde auf das BRCA Gen. Sollte der Test darauf positiv ausfallen, dann müssten ihre Brüste vollständig entfernt werden, um jedes weitere Risiko auszuschließen. Leider war das Ergebnis tatsächlich positiv, weshalb sie sich im Mai 2010 einer radikalen Mastektomie unterzog – ihre Brüste inklusive Brustwarzen und Haut wurden entfernt. Damit anschließend wieder eine Brust aufgebaut werden konnte, wurden in dieser OP sogenannte Expander (Platzhalter) unter der Haut eingesetzt, die über Monate hinweg immer wieder mit Kochsalzlösung aufgefüllt wurden, um die verbleibende Haut schonend zu dehnen. Nach einem halben Jahr konnte dieser Expander durch Implantate ersetzt werden. Die Form der Brust war nun wieder vorhanden, es fehlten aber weiterhin die Brustwarzen.

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“Man gewöhnt sich an den Blick in den Spiegel”

Erst einige Jahre später fing Marie an, sich mit dem Thema Brustwarzenrekonstruktion zu befassen und wandte sich erneut an die MHH, um sich über ihre Möglichkeiten zu informieren. Eine weitere Operation war für sie keine Option. Somit blieb ihr nur noch die Option der Tätowierung, die allerdings zur damaligen Zeit weit entfernt war, von den heutigen Möglichkeiten. Sie fand die Ergebnisse, die möglich waren, wirken unecht und wie aufgeklebt, was sie natürlich nicht wollte. Somit gab es zum damaligen Zeitpunkt keine weitere Option für sie. Sie hatte sich längst an den Blick in den Spiegel gewöhnt und sich zum Selbstschutz eingeredet, dass ihr das Thema sowieso nicht so wichtig wäre. Sie war glücklich darüber, am Leben und gesund zu sein und fokussierte sich auf die Familienplanung. 2015 wurde sie Mutter und dadurch rückte das Thema für sie noch weiter in den Hintergrund, denn nun hatte sie andere Prioritäten und Aufgaben…

…Bis sie vor Kurzem auf mich aufmerksam wurde. 15 Jahre später wollte sie selbst wieder für einen kurzen Moment an erster Stelle stehen und sich endlich wieder wie sie selbst fühlen – wie vor der Erkrankung.

Interview mit Marie

Ich habe Marie einige Fragen gestellt und möchte an dieser Stelle ihre persönlichen Antworten mit euch teilen.

Ganz klar – nein! Ich habe so lange mit diesem Thema gewartet, weil es für mich ein Thema ist, das auf hundertprozentigem Vertrauen basiert. Als ich dich kennenlernen durfte, war ich sofort überzeugt von deiner authentischen und bodenständigen Art. Du warst so ruhig und verständnisvoll und mir von Beginn an so sympathisch, dass ich sofort ein gutes Bauchgefühl hatte. Aber auch deine Fotos von den realistischen 3D Tätowierungen haben mich komplett überzeugt. Von einem Mann wollte ich mich nie tätowieren lassen, das war mir zu intim und bei anderen Anbietern hat einfach immer die menschliche Ebene oder die fachliche Ebene nicht gepasst. Bei dir war ich mir zum ersten Mal sicher, dass beides stimmt und ich diesen Schritt nur mit dir gehen möchte – trotz meiner weiteren Anreise nach Oberhausen aus Hannover.

Ich bin auch heute noch – zwei Wochen nach unserem Termin – völlig überwältigt und kann beim Blick in den Spiegel kaum fassen, dass ich das bin. Mir fehlen wirklich die Worte, ich kann nicht beschreiben, was das für mich bedeutet und was das mit mir gemacht hat. Obwohl ich jahrelang davon überzeugt war, dass mir meine Brustwarzen nicht so wichtig sind, hat mir meine eigene Reaktion über das Ergebnis das Gegenteil bewiesen. Besser könnten meine neuen Brustwarzen nicht aussehen. Du hast in jeglicher Hinsicht ins Schwarze getroffen – sei es die Form oder auch die Farbe. Ich fühle mich wieder ganz wie ich selbst – so wie früher vor dem Krebs.

Ich bin dir so unendlich dankbar, dass du dieses Gespür und dieses Talent besitzt, die Tätowierung täuschend echt aussehen zu lassen – so wie es zu mir, meinem Körper und meinen Brüsten passt. Danke, Melissa!

Auch meine Familie war sprachlos. Sie kannten ja auch die ganzen Bilder, die ich ihnen früher gezeigt hatte von solchen 3D Tätowierungen und konnten nicht glauben, dass so ein täuschend echtes Ergebnis möglich wäre. Ich bin noch heute in diversen Foren und Gruppen zum Thema Brustkrebs aktiv und habe zu vielen Betroffenen Kontakt. Ich wollte meine Geschichte sofort mit ihnen teilen und ihnen Mut machen. Es gibt viele, so wie mich, die vorher keine Ahnung davon hatten, was heutzutage möglich ist und hätten sie das Ergebnis von mir persönlich gezeigt bekommen, hätten sie nie gedacht, dass es echt ist.

Vor meiner Brustkrebserkrankung ging ich immer sehr offen mit meinem Körper um und ging beispielsweise gerne schwimmen oder in die Sauna. Seit der OP leider nicht mehr. Ich habe mich nicht geschämt, aber ich wollte eben auch nicht immer, dass dieses Kapitel überall Thema ist. Ich war immer damit beschäftigt, dass man bloß nicht sieht, dass ich keine Brustwarzen mehr habe und zog mich zurück, um mich zu schützen. Ich erfand teilweise Ausreden, um mich nicht vor anderen umziehen zu müssen. Das ist nun vorbei. Ich fühle mich eben wieder ganz wie Ich.

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Mehr als nur eine Tätowierung

Ich erlebe es ganz oft, dass Menschen das Thema Pigmentierung sehr oberflächlich betrachten und davon ausgehen, dass es sich um eine rein optische Veränderung handelt. So viele Kund*innen, wie auch Marie, belegen aber das Gegenteil. Permanent Make-Up bzw. in diesem Fall die Brustwarzentätowierung spielen oft auch eine wichtige Rolle bei der seelischen Heilung. Wenn die Betroffenen optisch wieder mehr mit sich im Reinen sind, trägt dies ebenfalls dazu bei, dass sie ihre Brustkrebs-Erkrankung und die erfahrene Mastektomie seelisch verarbeiten und ihre selbstbestimmte Schönheit zurückerobern.

Ich möchte dazu beitragen, dass offener mit diesem sensiblen Thema umgegangen wird und Betroffenen aufzeigen, welche Möglichkeiten es heutzutage für sie gibt.

Eure melli unterschrift

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